Bericht vom 2. Avola-Symposium für Prävention in Bern
Am 15.10.2026 besuchten Vorstandsmitglieder das 2. Avola-Symposium für Prävention in Bern.
„Mit einer Zahnbürste kann man die Welt verändern!“ - Zitat Ueli Breitschmid
Ueli Breitschmid, der Sohn von Hans Breitschmid, dem Gründer der Firma Curaden, rief die interdisziplinäre Vereinigung AVOLA ins Leben. Avola engagiert sich für den Wandel von der Systembehandlung hin zur Prävention. Nur etwa 3% der Kosten des globalen Gesundheitswesens gehen in die Vorsorge.
Bei Kongressen des Gesundheitssektors stehen viel zu oft Krankheiten im Fokus. Zudem steigen die Kosten dramatisch und belasten auch private Haushalte im Übermaß. Der Verein AVOLA hat sich zum Ziel gesetzt, den Themen Gesundheit und Prävention eine Bühne zu bieten - insbesondere dem Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und systemischer Gesundheit.
Unter dem Leitgedanken „One Body , One Health“ trafen sich hochqualifizierte internationale Referenten und Präventionsinteressierte.
Brillant und kurzweilig moderierte Frau Professor Dr. Hannelore Daniel, emeritierte Professorin für Ernährungswissenschaften, die Veranstaltung. Die vortragenden Wissenschaftler aus den Fachbereich der Zahnmedizin, der Gastroenterologie, der Mikrobiologie, der Psychologie und der Ernährungswissenschaften bestätigten durch ihre Forschungsarbeiten, dass die wirksamste Prävention in der nachhaltigen Veränderung des Lebensstils liegt.
Dafür müssen gesellschaftliche Risiken früh erkannt werden, damit sie mit einfachen, alltagstauglichen und preisgünstigen Maßnahmen positiv beeinflusst werden können. Gleichzeitig müssen Patienten als Individuen wahrgenommen werden. Die Behandlung auf Basis von Durchschnittswerten und generalisierten Erkenntnissen greift zu kurz. Was für die eine Person wirksam ist, kann für die andere ungeeignet sein.
Ein paar Erkenntnisse, die bei uns nach einem langen Tag geballter Wissenskonfrontation hängen blieb:
- Das menschliche Wesen ist eigentlich ein Ökosystem mit 40x soviel fremden wie eigenen Zellen. Was verursacht primär Stoffwechselstörungen, der Lebensstil, Adipositas oder Mikroorganismen? Was war zuerst Huhn oder Ei? Welche Wechselwirkungen oder positive wie negative Rückkopplungen bestehen? - Prof. Dr. O. B. Pedersen
- Studien der Universität London belegen: es benötigt im Durchschnitt 68 Tage um Gewohnheiten zu ändern, je nach Individuum sogar 250 Tage! Das betrifft natürlich Eß- Bewegungs- und Mundhygieneverhalten. - Dr. B. Studer
- Die Menge des Angebotes viel oder wenig, verändert auch unsere Vorstellung von Normal! Probleme in der Gesellschaft sehen wir durchaus, nur unser eigenes Verhalten erkennen wir nicht als Teil der Lösung. - Prof. Dr. B. Renner
- Ungesunde Ernährung und Adipositas aktivieren Entzündungsgeschehen, Periodontitis ist dazu sozusagen ein mächtiger Brandbeschleuniger - Prof. Dr. S. Syrijäläinen
- Die Mund- und die Darmflora sind keine getrennten Systeme, sondern sie teilen dieselben Spezies und kommunizieren miteinander. Ein gestörtes Gleichgewicht des einem Mikrobioms geht häufig auch mit dem des anderen einher. Die Ernährungsprinzipien für eine gesunde Darmflora gelten auch für eine ausgeglichene orale Flora: pflanzliche Diversität, fermentierte Nahrung, Polyphenole (Antioxydantien) - Prof. Dr. H. Daniel
- Vorurteile, Erfahrungen , schnelles unbewusstes Denken formen unsere Entscheidungen und unterminieren oft Prävention und ein langfristiges Gesundheitsverhalten - Prof. Dr. B. Bartling/Dr. M. Adcock
Begleitet wurde die Tagung durch eine Tafelpräsentation: insights from the SWISS100 von Prof. Daniela S.Jopp. Was zu einem langen erfüllten Leben führt ist nicht vollständig geklärt. Auffällig ist, dass eigenständiges Leben, soziale Kontakte, geistige Beschäftigung und Selbstdisziplin in erheblichem Maße dazu beitragen. Leider wurde bei dieser Studie kein Zahnstatus erhoben, um vielleicht auch Rückschlüsse auf den Beitrag eines gesunden stomatognathen Systems auf die Langlebigkeit zu ziehen.
Fazit der Tagung war, dass es nicht nur um die Zähne geht, sondern um einen zentralen Kontenpunkt in dem tägliches Verhalten, chronische Krankheiten, Lebensqualität und die Belastung der Gesundheitssysteme zusammenlaufen.
„Gesundheit ist nicht die Summe ihrer Teile, sondern eine Symphonie der Zusammenhänge!“ - Prof. Dr. H. Daniel
Abschließend möchte ich der Firma Curaden und der Vereinigung meinen Respekt zollen für diese gelungene Veranstaltung und mich für die Möglichkeit der Teilnahme herzlich bedanken.
Dr. Friedrich Grelle
Christoph Klaas (Geschäftsführer Curaden), Frau Theresia Grelle
